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Münster,10.12.1998

Sanierung der Loddenheide zahlt sich doppelt aus
Ökologie und Ökonomie gehen Hand in Hand / Ende Januar sind Abbrucharbeiten abgeschlossen / Weitere Grundstücksverkäufe noch 1998

Münster. (SMS) Aus der Ferne mutet die Loddenheide wie ein von gigantischen Maulwurfshügeln durchfurchtes Gelände an. Aus kurzer Distanz gibt der Bauzaun den Blick frei auf Betonbrechanlagen, Bagger, Baucontainer und eben Berge von aufgeschüttetem Erdreich. Ende Januar wird auf dem ehemaligen Kasernengelände kein Stein mehr auf dem anderen ruhen - die Sanierung und Erschließung des zukünftigen Gewerbeparkes läuft auf Hochtouren. Besonderes Augenmerk legt die Entwicklungsgesellschaft GML mit den Gesellschaftern Stadt, Sparkasse und WestLB dabei auf ressourcenschonende Verfahren. Auf der an die 90 Hektar großen Fläche entwickelt die GML Gewerbepark Münster-Loddenheide GmbH bis zum Jahr 2010 - ein modellhaftes Gewerbegebiet für Gewerbe, Handel und Logistik und für Arbeitsstätten der Zukunft. Daß Ökologie und Ökonomie sich dabei nicht ausschließen, zeigen die laufenden Arbeiten. "Es ist gelungen, dank kreativer Konzepte Ressourcenschonung und Emissionsvermeidung mit handfesten Einsparungen zu verknüpfen", so Dr. Ingo Deitmer, stellvertretender Leiter der Wirtschaftsförderung Münster und mit Frank Knura (Sparkasse) und Wolfgang Linnepe (WestLB) GML-Geschäftsführer. "Ohne die Kosteneinsparungen, die aus diesen Projektideen entstehen, müßten wir die Grundstücke deutlich teurer anbieten". Die Federführung für die Sanierung liegt bei dem von der GML beauftragten Projektmanager, der Firma Fiege Engineering (Greven). Projektleiter Karl-Heinz Kersting: "Ökologische Entwicklungskonzepte zeichnen sich durch drei einfache, gleichwohl wichtige Faktoren aus: Geschickte Ausnutzung sich bietender Synergien, Schonung von Ressourcen durch Wiederverwendung und Vermeidung von Emissionen. Straßenbau aus vorhandenem Material Beispiele: Das Material der Straßen und Pflasterflächen wird vor Ort direkt wiederverwertet. Anstatt den Beton aufzunehmen und abzutransportieren, wird er an gleicher Stelle in einer Anlage zerkleinert, gesiebt und auf der Loddenheide dem Straßenbau als reines Betonrecycling wieder zugeführt. Dank der Wiederverwertung der Materialien werden Ressourcen geschont. Mehr noch: "Transporte zur Anlieferung und Abfuhr entsprechender Baustoffe sind überflüssig, vermeiden Emissionen und sparen Kosten", erläutert Kersting. Aushub- und Verfüllarbeiten sind zeitlich so aufeinander abgestimmt, daß Bodenmaterialien aus Aushubarbeiten wie bei der Anlage eines Regenrückhaltebeckens auf der Loddenheide selbst wieder verfüllt werden können. Dabei dient das vorhandene Erdreich etwa zur Geländemodellierung in der geplanten zentralen Parkanlage oder zur Sicherung der Standorte künftiger Gebäude. Auch hier gilt die Maxime, Zukauf von Fremdboden sowie kostspielige und für Anlieger oft belästigende Transportfahrten weitgehend zu vermeiden. Dem Zeitplan um Monate voraus "Schon Ende Januar und damit etliche Monate früher, als im Zeitplan gesteckt, wird der Abriß der ehemaligen Kasernenbauten komplett abgeschlossen sein", so GML-Geschäftsführer Dr. Ingo Deitmer. Bei diesem Abbruch freiwerdende Wertstoffe gehen zurück in den Baukreislauf. "Aluminiumdachbleche, Stahlträger, Fenster und Dämmstoffe werden ausgebaut und für diverse Kleingewerbe- und Landwirtschaftsbauvorhaben wieder eingesetzt", führt Projektleiter Kersting aus. Auch die Betonmasse der Gebäude und Baracken ist nicht für die Deponie bestimmt, sondern dient als Recyclingschotter dem Straßenbau. Optimal im Zeitplan ist die GML auch mit der Erschließung des künftigen Gewerbeparks mit einer Nettonutzfläche von 66 Hektar. Nahezu abgeschlossen sind Entmunitionierung, Sanierung und Erschließung im Gebiet "Arbeitsstätten der Zukunft" im Bereich Albersloher Weg / An den Loddenbüschen. "Dieser Abschnitt bleibt Unternehmen vorbehalten, die sich bei Produktion und Vertrieb an zukunftsweisenden Verfahren orientieren", benennt Ingo Deitmer den Adressatenkreis. Neuansiedlungen Über mangelndes Interesse kann sich die Wirtschaftsförderung Münster - sie hat die Vermarktung übernommen - nicht beklagen. "Die Nachfrage ist gut, und sie läßt vernünftige Umsätze erwarten", so Dr. Deitmer mit Blick auf anstehende Grundstücksverkäufe noch in diesem Jahr. Darunter, und das freut die Wirtschaftsförderung besonders, sind Neuansiedlungen von auswärtigen Firmen. Herzstück der hochwertigen Fläche im Südosten Münsters ist ein Park, der auch für die Bürgerinnen und Bürger Münsters erlebbar und attraktiv sein soll. Auch bei dieser Grünfläche greift das umweltschonende Erschließungsverfahren. So wurden Muldensysteme eingearbeitet, die künftig die Regenentwässerung der nahegelegenen Investorengrundstücke aufnehmen sollen. Gleichzeitig werden sich im Bereich dieser Mulden und im Regenrückhaltebecken, das als trockenes Becken mit kleineren Seen geplant ist, auf Dauer Rückzugsgebiete für Kleinlebewesen und Wasservögel entwickeln.


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