Meldungsdatum: 12.03.2025
Landkreis Kassel. „Der Neubau der Mehrzweckhalle Dörnberg und die gemeinsame Nutzung ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene“, sagen Vizelandrätin Silke Engler und Bürgermeister Daniel Faßhauer. Dass eine Kooperation des Landkreises Kassel mit der Gemeinde Habichtswald Synergien schafft, hatte bereits eine Machbarkeitsstudie ergeben, die der Landkreis im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatte. Mit dem gemeinsamen Bauprojekt kann nun der gestiegene Raumbedarf aufgrund einer positiven Bevölkerungsentwicklung sowie des Ausbaus der Ganztagsbetreuung an Grundschulen sinnvoll begegnet werden.
Der zweigeschossige Bau mit Flachdach wurde im Jahr 1966 errichtet und ist ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen in Habichtswald. Neben dem täglichen Schulsport nutzen zahlreiche Vereine die Halle. Darüber hinaus ist das Gebäude eine beliebte Location für private Feiern und öffentliche Veranstaltungen. Mittlerweile weißt die Mehrzweckhalle allerdings einen erheblichen Investitionsstau auf und muss dringend energetisch saniert werden. „Das Gebäude entspricht in seiner gesamten Ausstattung nicht mehr den jetzigen technischen Anforderungen“, erklärt Florin Popescu, Projektleiter beim Immobilienmanagement des Landkreises Kassel.
„Eine Sanierung ist wirtschaftlich nicht darstellbar, daher wird das Gebäude durch einen Neubau ersetzt“, erklären Engler und Faßhauer. Im Zuge des Neubaus soll auch der angrenzende sanierungsbedürftige Kindergarten weichen, in dem aktuell die Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder realisiert wird. „Wir möchten neue und vor allem zeitgemäße Räume für die Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder schaffen“, sagt Schuldezernentin Engler.
Ursprünglich wollte der Landkreis einen Ergänzungsbau mit vier Klassenräumen, Differenzierungsflächen, Küche und Mensa, einem größeren Lehrerzimmer sowie WC-Anlagen, Lager- und Technikräumen auf dem Grundstück oberhalb der Schule Richtung Sportplatz errichten. „Durch die Zusage für den Ersatzneubau der Mehrzweckhalle hat sich die Planungsgrundlage für die Erweiterung am Standort entscheidend verändert“, sagt Engler. Die Ganztagsbetreuung inklusive Mensa und Küche kann künftig in der Mehrzweckhalle organisiert werden. „Davon profitiert auch die Grundschule, weil die Außenanlagen am Schulgebäude erhalten bleiben und im Bereich der Ganztagsbetreuung großflächig ergänzt werden.
Die Gesamtkosten für den Bau belaufen sich auf rund 9 Mio. Euro. Für die gemeinschaftliche Nutzung unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaspekte halt die Gemeinde Habichtwald eine Förderzusage in Höhe von 3,5 Mio. Euro durch den Bund erhalten. Die Bauarbeiten werden im kommenden Jahr beginnen und bis 2029 andauern.
„In dem gemeinsamen Planungsentwurf haben wir die Wünsche der Vereine und den Bedarf der Gemeinde gut verbunden und schaffen in Verbindung mit dem Schulbau viele Synergien und einen enormen Mehrwert für Habichtswald. Die neue Multifunktionshalle wird ein Leuchtturm für die Region und über Jahrzehnte das Vereinsleben von Habichtswald stärken“, sagen Engler und Faßhauer abschließend.
HINTERGRUND:
Mit Beginn des Schuljahres 2026/27 erfolgt eine stufenweise Einführung des Rechtsanspruchs. Dann haben Kinder der Jahrgangsstufe 1 erstmalig Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Bis zum Schuljahr 2029/30 wird allen Grundschulkindern die Ganztagsbetreuung täglich mit mindestens acht Stunden inklusive Unterrichtszeiten ermöglicht. Darüber hinaus wird eine Ferienbetreuung bis auf Schließzeiten von maximal vier Wochen angeboten.
Schulen mit Ganztagsangeboten (Profil 1)
Schulen mit einem dem Profil 1 entsprechenden Ganztagsangebot bieten an mindestens drei Wochentagen von 7:30 Uhr bis 14:30 Uhr Hausaufgabenbetreuung, Fördermaßnahmen sowie erweiterte Angebote im Wahl‐ und Freizeitbereich an. Die Teilnahme an diesen Angeboten ist für die Schülerinnen und Schüler freiwillig. Nach erfolgter Anmeldung durch die Eltern besteht allerdings die Pflicht zur Teilnahme. Das Angebot kann auf bestimmte Jahrgänge begrenzt sein. Das konkrete pädagogische Konzept entwickelt die Schule selbst. Es ist im Schulprogramm zu verankern, das von der Schulaufsichtsbehörde genehmigt wird. Das Profil 1 wird im Landkreis Kassel im Schuljahr 2024/25 an acht Schulen angeboten.
Schulen mit Ganztagsangeboten (Profil 2)
Schulen mit einem dem Profil 2 entsprechenden Ganztagsangebot bieten an allen fünf Schultagen pro Woche freiwillige Zusatzangebote von 7.30 Uhr bis 16.00 oder 17.00 Uhr. Unter anderem werden Förderkurse, Wahlangebote, AGs und Projekte, Hausaufgabenbetreuung, Lern‐ und Übungszeiten sowie die Teilnahme an offenen Sport‐ und Spielgruppen gewährleistet. Stundenzeiten und der Wechsel von Bildungs‐ und Freizeitangeboten können schulintern geregelt werden. Für angemeldete Schülerinnen und Schüler besteht eine Teilnahmepflicht. Das Profil 2 wird im Landkreis Kassel im Schuljahr 2024/25 an drei Schulen angeboten.
Schulen mit Ganztagsangeboten (Profil 3)
Schulen mit einem dem Profil 3 entsprechenden Ganztagsangebot werden als Ganztagsschulen bezeichnet. Diese bieten an fünf Tagen pro Woche in der Zeit von 7:30 Uhr bis 16.00 oder 17.00 Uhr Betreuung, Unterricht sowie verpflichtende Ganztagsangebote für alle ihre Schülerinnen und Schüler oder für einen definierten Teil ihrer Schülerschaft an. Die Teilnahme an den zusätzlichen Angeboten ist für die Schülerinnen und Schüler ganz oder teilweise verpflichtend. Zu den Angeboten zählen Förderkurse, Wahlangebote, AGs, Hausaufgabenbetreuung, Lern‐ und Übungszeiten sowie die Teilnahme an offenen Sport‐ und Spielgruppen. Das Profil 3 wird im Landkreis Kassel im Schuljahr 2024/25 an vier Schulen (an den Förderschulen) angeboten.
Zum Schuljahr 2025/26 haben sich 11 weitere Grundschulen im Landkreis Kassel auf den Weg in den Ganztag 2026 begeben und ihr pädagogisches Konzept für den Ganztag ausgebaut. Zum Schuljahr 2026/27 werden die übrigen Grundschulen ebenfalls den Ganztagsbetrieb an ihren Schulen aufnehmen.
Pakt für den Ganztag
Der „Pakt für den Ganztag“ beruht auf einer Kooperationsvereinbarung über die Einführung von ganztägigen Angeboten für die jüngsten Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2015/2016 zunächst mit sechs Pilot‐Schulträgern geschlossen wurde. Im „Pakt für den Ganztag“ übernehmen Land und Schulträger erstmals gemeinsam Verantwortung für ein integriertes und passgenaues Bildungs‐ und Betreuungsangebot. Teilnehmende Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen verfügen an fünf Tagen in der Woche von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr und auch in den Schulferien über ein verlässliches und freiwilliges Bildungs‐ und Betreuungsangebot. Eltern können zwischen mindestens zwei zeitlichen Modulen wählen, einem kürzeren bis 14.30 oder 15 Uhr und einem längeren bis 17 Uhr, auf Wunsch auch mit Ferienbetreuung. Grundsätzlich ist der „Pakt für den Ganztag“ ein freiwilliges Angebot, nach Anmeldung des Kindes dann verbindlich. Für die Bildungs‐ und Betreuungsangebote von Schulen im „Pakt für den Ganztag“ gilt – ebenso wie für die Schulen im Profil 1, 2 und 3 des Ganztagsprogramms – der in der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen verankerte Qualitätsrahmen für die Profile ganztägig arbeitender Schulen. Schulen im Pakt für den Ganztag arbeiten nach den Qualitätskriterien des Profils 2. Im Pakt für den Ganztag befinden sich im Landkreis Kassel im Schuljahr 2024/25 vier Schulen.
Pressekontakt: A. Shuhaiber
Werfen einen Blick in die Pläne: Habichtswalds Bürgermeister Daniel Faßhauer, Projektleiter Florin Popescu und Vizelandrätin Silke Engler bei einem Termin vor Ort. Im Hintergrund rechts ist die sanierungsbedürftige Mehrzweckhalle in Dörnberg zu sehen. Links im Bild steht der alte Kindergarten. Beide Gebäude werden abgerissen und durch einen multifunktionalen Bau ersetzt.
LANDKREIS KASSEL
Pressesprecherin Alia Shuhaiber
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1855
Fax: 0561/1003-1530
E-Mail: alia-shuhaiber@landkreiskassel.de
https://www.landkreiskassel.de
Sämtliche Texte können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.
Die Pressestelle " Pressestelle LANDKREIS KASSEL" ist Mitglied bei presse-service.de [ www.presse-service.de]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren.