Meldungsdatum: 31.03.2025

Iserlohner Schülerinnen und Schüler sowie Bundesfreiwillige der Stadt Iserlohn besuchten das Anne Frank Haus in Amsterdam

Vorbereitung auf ihre Tätigkeit als Peers im Projekt „Anne Frank und jüdisches Leben in Iserlohn“

Im Rahmen des Iserlohner Projektes „Anne Frank und jüdisches Leben in Iserlohn“ besuchten in dieser Woche rund 60 Schülerinnen und Schüler aus allen weiterführenden Iserlohner Schulen gemeinsam mit rund 30 Bundesfreiwilligen das Anne Frank Haus an der Prinsengracht in Amsterdam. Kooperationspartner dieses in 2015 entstandenen Projektes sind die Abteilung Unterbringung, Ehrenamt und Beschäftigung (Bundesfreiwilligendienst), freie Mitarbeitende des Anne Frank Zentrum Berlin, das Stadtmuseum Iserlohn und der Erzieherische Kinder- und Jugendschutz der Stadt Iserlohn mit den beteiligten Schulen.

In Amsterdam mit dabei waren Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen Martin Luther und Letmathe, der Realschulen Letmathe und Am Hemberg, der Gesamtschulen Seilersee und Iserlohn, der Gymnasien Letmathe, An der Stenner und des Märkischen Gymnasiums Iserlohn, außerdem des Friederike Fliedner Berufskollegs sowie die Teilnehmenden aus dem Bundesfreiwilligendienst der Stadt Iserlohn. Und nicht nur die Schülerinnen und Schüler waren von dem Besuch sehr beeindruckt.
„Der Besuch im Anne Frank Haus hat uns sehr beeindruckt. Als wir durch das Versteck im Hinterhaus gingen, fühlte man, wie eng die Familien gelebt haben und wieviel Angst sie wohl gehabt haben müssen. Das Bildungsseminar hat uns auch sehr gut gefallen, der Referent hat super mit Bildern gearbeitet und wir haben viel Neues erfahren“, so Lilly und Rachel, Schülerinnen der Hauptschule Letmathe.

Die Fahrt nach Amsterdam zum Besuch des Anne Frank-Hauses ist ein elementarer Bestandteil des Projektes, dessen Grundidee es ist, dass zu Peers ausgebildete Schülerinnen und Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe weiterführender Schulen, Berufskollegs und des Bundesfreiwilligendienstes mit jüngeren oder gleichaltrigen Jugendlichen zum Thema Anne Frank und dem Schicksal jüdischer Familien aus Iserlohn arbeiten.

Als Nächstes werden die Peers nach den Osterferien bis zu den Sommerferien des Jahres tätig, wenn im Iserlohner Luftschutzstollen in der Altstadt neun großformatige Fotos von Anne Frank und dem Hinterhaus in Amsterdam sowie vier ausgewählte Bilder von jüdischen Familien aus Iserlohn und der ehemaligen Synagoge ausgestellt werden. Die Peers werden an den einzelnen Stationen im Luftschutzstollen aus dem Leben von Anne Frank und dem Schicksal jüdischer Familien lesen oder erzählen. Insgesamt sind über 30 Ausstellungsbegleitungen geplant, wodurch sich im Projektverlauf über hunderte junge Menschen aus Iserlohn mit dem Thema auseinandersetzen können.

Vorbereitet auf ihre Aufgabe werden die Peers in einer eintägigen Ausbildung in Iserlohn direkt nach den Osterferien durch freie Mitarbeitende des Anne Frank Zentrum Berlin. Als neuer Beitrag zur Unterstützung wird auch die von einer lokalen Projektgruppe erstellte Dokumentation „Erinnern im Nahraum: Eine filmische Dokumentation auf den Spuren jüdischen Lebens und den Folgen des Nationalsozialismus in Iserlohn“ dienen.

Die Ausstellung und Begleitmaterialien fördern verstärkt die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung sowie der Bedeutung von Frieden, Freiheit, Gleichberechtigung und demokratischen Werten.
„Der Besuch des Anne Frank Hauses mit Schülerinnen und Schülern zeigt mir jedes Mal, wie wichtig das Thema auch heute noch ist. Eine Aussage einer Schülerin während des Bildungsseminares berührte uns alle sehr. Sinngemäß fragte sie den Referenten: Wenn die Menschen das alles von damals wissen, warum gibt es dann noch Krieg? Was kann ich dann noch tun? Unsere Schülerinnen und Schüler werden ein Stück dazu beitragen, eine Botschaft zu vermitteln, dass sich solche Dinge nicht wiederholen dürfen“, so Petra Hartmann, Schulsozialarbeiterin an der Hauptschule Letmathe.

Zum nahenden Projektabschluss im Juni dieses Jahres wird zudem das Online-Seminar „Bergen-Belsen und seine Geschichte“ zur Gedenkstätte Bergen-Belsen, dem Sterbeort von Anne und Margot Frank, angeboten. Das Ziel des Projektes soll damit noch intensiviert werden: Durch ihre Teilnahme sollen die jungen Menschen umfassend erfahren, wie wichtig es ist, den antisemitischen und rassistischen Tendenzen in der Gesellschaft zu begegnen und mit dem Wissen über die Gräueltaten der Vergangenheit ein aktuelles Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus und für mehr Frieden und Mitmenschlichkeit setzen.

Bei Rückfragen zum Projekt steht Ansprechpartner Jörg Simon vom Erzieherischen Kinder- und Jugendschutz der Stadt Iserlohn (Telefon 02371 217-2232, E-Mail: joerg.simon@iserlohn.de) gerne zur Verfügung. Für Rückfragen zum Bundesfreiwilligendienst der Stadt Iserlohn können sich Interessierte an Ansprechpartner Ingo Ziegenbein von der Abteilung Unterbringung, Ehrenamt und Beschäftigung (Telefon 02371 217-2082, E-Mail: ingo.ziegenbein@iserlohn.de) wenden.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Gruppenbild vor der Anne Frank-Statue am Westermarkt in Amsterdam

©  
Gruppenbild vor der Anne Frank-Statue am Westermarkt in Amsterdam

Gemeinsam mit rund 30 Bundesfreiwilligen der Stadt Iserlohn begaben sich rund 60 Schülerinnen und Schüler aus Iserlohn im Rahmen des lokalen Projektes „Anne Frank und jüdisches Leben in Iserlohn“ auf die Spuren Anne Franks in Amsterdam.