Meldungsdatum: 31.03.2025

50 Jahre Gebietsreform: Als Münster über Nacht auf das Vierfache wuchs

Festakt im Rathaus / Elf heutige Außenstadtteile sind seit 1975 Teil des Stadtgebiets

Münster (SMS) Rund 200 Gäste hat Oberbürgermeister Markus Lewe am Sonntag, 30. März, zu einem Festakt im Rathausfestsaal im Historischen Rathaus begrüßt. Eingeladen hatte er, um einen besonderen Geburtstag der Stadt Münster zu feiern: Vor 50 Jahren, am 1. Januar 1975, trat in ganz Nordrhein-Westfalen die kommunale Gebietsreform in Kraft – seitdem gehören viele der heutigen münsterschen Außenstadtteile zum Stadtgebiet.

„Die Gebietsreform 1975 hat Münsters Innenstadt und die heutigen Stadtteile miteinander verbunden und viele Menschen zu einer neuen und vielfältigen Stadtidentität zusammengeführt. Heute möchten wir die Stärke und die Gemeinschaft feiern, die aus dem Zusammenwachsen der immer noch sehr eigenständigen und ganz unterschiedlichen Stadtteile über die Jahre entstanden sind“, erklärte Lewe.

Vor der Gebietsreform existierte neben der Stadt auch der Landkreis Münster, der das damalige Stadtgebiet vollständig umschloss. Er erstreckte sich von Saerbeck im Norden bis Rinkerode im Süden und von Nottuln im Westen bis Telgte im Osten. Mit der durch das Land Nordrhein-Westfalen durchgesetzten Neuordnung wurden der Landkreis aufgelöst und elf heutige Außenstadtteile Münsters, die zuvor dem Kreis angehörten, dem neuen Stadtgebiet zugeordnet. Dazu zählen Sprakel, Gelmer, Handorf, St. Mauritz, Wolbeck, Angelmodde, Hiltrup, Amelsbüren, Albachten, Roxel und Nienberge.

Bevölkerung wächst um 31 Prozent

Durch die Reform wuchs das münstersche Stadtgebiet auf mehr als das Vierfache der ursprünglichen Größe an – mit dann rund 300 Quadratkilometern wurde Münster zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt in NRW. Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner erhöhte sich von rund 200.000 auf etwa 263.000 – ein Zuwachs von 31 Prozent. Das heutige Stadthaus 2 am Ludgeriplatz war bis 1975 Sitz der Verwaltung des Landkreises Münster und wurde mit der Gebietsreform von der „neuen“ Stadt Münster übernommen. Ziel des Landes NRW war es, die Verwaltungen mit der Neugliederung effizienter aufzustellen und ihnen gleichzeitig eine größere Spezialisierung zu ermöglichen.

In den betroffenen Orten waren Protest und Widerstand gegen die Eingemeindung teilweise groß. Das neue Münster musste erst langsam zusammenwachsen. Mitte Januar 1975 eröffnete die Stadt in der Bürgerhalle des Historischen Rathauses die Ausstellung „Willkommen im größeren Münster“, die die neuen Stadtteile fotografisch vorstellte und willkommen hieß. Der ehemalige Bürgermeister eines eingemeindeten Stadtteils erklärte damals, die Ausstellung leiste mehr zur Zusammenarbeit als „Kebbeleien und Streitigkeiten“.

Viele Dopplungen bei Straßennamen

Auch kuriose Folgen brachte die Gebietsreform mit sich: So mussten mit der Neugliederung insgesamt 220 Straßen umbenannt werden – sonst hätte es in Münster ab 1975 unter anderem neun Bahnhof-, sieben Schul- und sechs Münsterstraßen gegeben.

Heute besteht Münster aus sechs Stadtbezirken mit 23 Innen- und 18 Außenstadtteilen. Im Rahmen des Festakts – der den Titel „Münster – Eine Gemeinschaft in Vielfalt: 50 Jahre Gebietsreform“ trug – ordnete Dr. Philipp Erdmann, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs Münster, die Gebietsreform historisch ein. In einer Gesprächsrunde standen außerdem die Stärken, Herausforderungen, Wünsche und Zukunftsperspektiven der sechs münsterschen Bezirke und der dazugehörigen Stadtteile im Mittelpunkt.

Dabei ging es neben den elf 1975 eingemeindeten auch um die sieben Außenstadtteile, die schon vor der Gebietsreform zu Münster gehörten. Dazu zählen Kinderhaus, Coerde, Gremmendorf, Berg Fidel, Mecklenbeck, Sentrup und Gievenbeck. Postkarten mit Motiven aller 18 heutigen Außenstadtteile liegen ab sofort kostenfrei in der Münster Information im Stadthaus 1 sowie in den Bezirksverwaltungen aus.

Bild: Feierten bei einem Festakt im Rathausfestsaal gemeinsam 50 Jahre Gebietsreform (v.l.): Stephan Brinktrine (Bezirksbürgermeister Münster-West), Oberbürgermeister Markus Lewe, Martin Honderboom (Bezirksbürgermeister Münster-Mitte), Ilona Thaleiser (stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Münster-Ost), Ralf Kiewit (Bezirksbürgermeister Münster-Nord), Wilfried Stein (Bezirksbürgermeister Münster-Hiltrup) und Peter Bensmann (Bezirksbürgermeister Münster-Südost). Foto: Stadt Münster/Ralf Emmerich. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Bild: Insgesamt elf heutige Außenstadtteile, die zuvor zum ehemaligen Landkreis Münster gehörten, sind seit der Gebietsreform 1975 Teil der Stadt Münster. Karte: Stadt Münster. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Bild: Sitzung des Kreistags des ehemaligen Landkreises Münster zur Gebietsreform 1975. Foto: Stadtarchiv Münster, Fotosammlung Nr. 23495. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Bild: Mitte Januar 1975 eröffnete die Stadt in der Bürgerhalle des Historischen Rathauses die Ausstellung „Willkommen im größeren Münster“, die die neuen Stadtteile fotografisch vorstellte und willkommen hieß. Foto: Westfälische Nachrichten, Sammlung Krause. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Festakt „Münster – Eine Gemeinschaft in Vielfalt: 50 Jahre Gebietsreform“

©  Stadt Münster/Ralf Emmerich
Festakt „Münster – Eine Gemeinschaft in Vielfalt: 50 Jahre Gebietsreform“

Feierten bei einem Festakt im Rathausfestsaal gemeinsam 50 Jahre Gebietsreform (v.l.): Stephan Brinktrine (Bezirksbürgermeister Münster-West), Oberbürgermeister Markus Lewe, Martin Honderboom (Bezirksbürgermeister Münster-Mitte), Ilona Thaleiser (stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Münster-Ost), Ralf Kiewit (Bezirksbürgermeister Münster-Nord), Wilfried Stein (Bezirksbürgermeister Münster-Hiltrup) und Peter Bensmann (Bezirksbürgermeister Münster-Südost).


Karte Gebietsreform 1975

©  Stadt Münster
Karte Gebietsreform 1975

Insgesamt elf heutige Außenstadtteile, die zuvor zum ehemaligen Landkreis Münster gehörten, sind seit der Gebietsreform 1975 Teil der Stadt Münster.


Kreistagssitzung Landkreis Münster

©  Stadtarchiv Münster, Fotosammlung Nr. 23495
Kreistagssitzung Landkreis Münster

Sitzung des Kreistags des ehemaligen Landkreises Münster zur Gebietsreform 1975.


Ausstellung „Willkommen im größeren Münster“ 1975

©  Westfälische Nachrichten, Sammlung Krause
Ausstellung „Willkommen im größeren Münster“ 1975

Mitte Januar 1975 eröffnete die Stadt in der Bürgerhalle des Historischen Rathauses die Ausstellung „Willkommen im größeren Münster“, die die neuen Stadtteile fotografisch vorstellte und willkommen hieß.