Meldungsdatum: 03.04.2025

Energiewende heißt Wärmewende - Interkommunale Wärmeplanung für Iserlohn und Hemer beginnt

Städte Hemer und Iserlohn wollen künftig Bürgerinnen und Bürger über klimafreundliche Wärmemöglichkeiten informieren

Warum braucht man eine Interkommunale Wärmeplanung?

Das sogenannte Wärmeplanungsgesetz (WPG) ist in 2024 in Kraft getreten und verpflichtet alle Kommunen in Deutschland zur Erstellung einer Wärmeplanung für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Für die Bürgerinnen und Bürger aus Iserlohn und Hemer bedeutet das langfristig eine Übersicht, in welchen Stadtteilen welche Form der Wärmeversorgung möglich und sinnvoll ist. Die Interkommunale Wärmeplanung stellt in diesem Prozess den ersten Schritt dar und fungiert als informelles Planungsinstrument, dass Eignungsgebiete für zukunftsfähige dezentrale Wärmeversorgungsoptionen darstellt, auf deren Grundlage im weiteren Verlauf konkrete Energieversorgungsmaßnahmen der Kommunen abgeleitet werden können.

Die Fertigstellung bzw. der politische Beschluss des Wärmeplans löst grundsätzlich noch keinerlei Verpflichtung aus und ist nicht als Garantie für eine tatsächliche Umsetzung zu verstehen. Für die Ausweisung von entsprechenden Wärmeversorgungsangeboten sind zusätzliche Beschlüsse seitens der Städte notwendig  .Iserlohn und Hemer nutzen durch eine gemeinsame Beauftragung des Planungsdienstleisters Hamburg Institut Synergieeffekte bei der Entwicklung des kommunalen Wärmeplans. Zudem grenzen die Stadt- sowie Netzgebiete der Versorger stellenweise aneinander, sodass eine lokal übergreifende Potenzialanalyse eines der Projektziele darstellt.

„Die Interkommunale Wärmeplanung ist ein wesentlicher Schritt, um den Bürgerinnen und Bürgern einen Überblick zu geben, wo zukünftig Fern-/ Nahwärmeversorgungen oder lokale Einzellösungen entstehen können. Ein interkommunaler Ansatz ist dabei mehr als geboten, da die Versorgungsgebiete unmittelbar aneinandergrenzen“, ist Christian Schweitzer, Bürgermeister der Stadt Hemer, überzeugt.

„Ich freue mich, dass wir mit dem Start unseres Projekts gemeinsam mit der Stadt Hemer einen großen Schritt in Richtung Transparenz in der Wärmewende für unsere Bürgerinnen und Bürger gehen“, so Michael Joithe, Bürgermeister der Stadt Iserlohn.

Was geschieht jetzt?

Beide Städte werden im Ergebnis in einer Kartendarstellung in sogenannte geografische Eignungsgebiete eingeteilt. Die kartengestützte Visualisierung wird einen transparenten Überblick zu einer möglichen zentralen Wärmeversorgung in den einzelnen Stadtteilen und Wohngebieten   geben. Diese soll den Bürgerinnen und Bürgern als Orientierung dienen und bestenfalls Planungssicherheit für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in ihrem Eigenheim schaffen.

Anfang 2025 ist das Projekt beider Kommunen unter Beteiligung des beratenden Hamburg Instituts sowie der jeweiligen kommunalen Energieversorger der Städte Iserlohn und Hemer, Stadtwerke Iserlohn sowie Stadtwerke Hemer, gestartet. Da die ENERVIE Gruppe seit dem 1. Januar 2025 über ein Pachtmodell mit den Stadtwerken Hemer verbunden ist, ist auch sie an der Umsetzung des Projektes beteiligt.

Wie heizen Iserlohn und Hemer heute?

Im ersten Schritt findet eine Bestandsaufnahme der aktuellen Gebiete und Stadtteile, ihrer Struktur sowie dessen Energieversorgung statt. Dazu sind beispielsweise Kriterien des Gebäudealters oder des Gebäudetyps von Bedeutung. Hinzu kommen Daten der aktuell vorhandenen Energieinfrastruktur, wie beispielsweise der Gas-, Strom- oder Wärmenetze beider Städte.

Im Folgenden wird jeweils eine Energie- sowie Treibhausgasbilanz (THG) erstellt, die als Grundlage für einen ersten Überblick der Ist-Situation und der weiteren Planungen dient.

Mit Fertigstellung des Projekts, die für das Ende des ersten Quartals 2026 geplant ist, veröffentlichen beide Kommunen ihre jeweiligen kommunalen Wärmepläne.

Allgemeine und weitergehende Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung hält die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Internetseite unter www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/kommunale-waermeplanung-kommt-ein-waermenetz-an-meinen-wohnort-99606 bereit.


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Kommunale Wärmeplanung

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