Osterprogramm mit Premiere im Theater der Landeshauptstadt
Aufführungen aller Sparten zu den Feiertagen
Magdeburg.
(ae) Höhepunkt im diesjährigen Osterprogramm des Theaters der
Landeshauptstadt Magdeburg ist eine Premiere. Nachdem die Oper in einer
Inszenierung aus dem Jahre 1990 das Theater von der Vorbühne des
abgebrannten Hauses über das Theaterzelt und den Jerichower Platz bis
ins wiedererbaute Große Haus begleitet hat wird nun unter der
musikalischen Leitung von Jan Michael Horstmann Mozarts Oper "Die
Zauberflöte" am Ostersamstag erstmals in einer neuen Inszenierung
aufgeführt.
Prinz Tamino verliebt sich in Pamina, die von dem Zauberer Sarastro
geraubte Tochter der Königin der Nacht, muss aber mehrere Prüfungen
bestehen, um sich ihr und seiner zukünftigen Herrscherrolle würdig zu
erweisen. Sein Begleiter Papageno dagegen hält nichts von den höheren
Weihen; ihm ist Essen und Trinken oder "ein Mädchen oder Weibchen"
lieber.
Mythische Weisheit, freimaurerisches Gedankengut und märchenhafte
Elemente des dem Wiener Vorstadttheater entsprungenen Zauberstücks
verschmelzen in der "Zauberflöte" zu spektakulären musiktheatralischen
Situationen, denen Mozarts fesselnde Musiksprache adäquaten Ausdruck
verleiht.
Urs Leicht – ab der nächsten Spielzeit Operndirektor am Staatstheater
Kassel – inszeniert Mozarts Meisterwerk am Theater der Landeshauptstadt
Magdeburg. Rolf Häusner zeichnet für das Bühnenbild, Stephan Stanisic
für die Kostüme verantwortlich.
Die Premiere am Ostersamstag, dem 30. März, beginnt um 19:00 Uhr.
Großes Theater gibt es allerdings auch schon am Karfreitag um 19:00 Uhr
zu sehen. Um 19:00 Uhr suchen Olga (Andrea Hermann), Mascha (Tabea
Scholz) und Irina (Susanne Krassa), die Tschechow in seinem Schauspiel
"Die drei Schwestern" porträtierte, nach dem Glück, dem Sinn ihres
Lebens, das sie fern von der geliebten Hauptstadt, in der Provinz
verbringen. Bei der Inszenierung, die auf der Bühne gezeigt wird, führte
Generalintendant Max K. Hoffmann Regie.
Um 20:00 Uhr wird auf der Podiumbühne das Thema des Lebens und des
Glücks darin historisch-mehrschichtig und dabei dennoch heiter
betrachtet. Das Opernmusical "Hexen" mit Anita Bader und Undine Dreißig
verfolgt die Rolle der Frau in ihrer Kontinuität und in ihrem Wandel
seit biblischen Zeiten. Der Kunstgriff: Die Sängerinnen spielen "Hexen",
Figuren also, die neun Leben haben und deshalb in vielen Epochen gelebt
haben können.
Auf der Kleinen Bühne im Konservatorium zeigt das Kabarett "Die
Kugelblitze" am Karfreitag um 20:00 Uhr "Die Ich-Generation oder Die
Stunde der Marionetten".
Am Ostersamstag ist – während im Großen Haus die Premiere "Zauberflöte"
läuft – ist ab 20:00 Uhr auf der Podiumbühne die Eugen-Roth-Revue "Ein
Mensch – Ein armer Laie bloß" mit Sabine Svoboda, Tabea Scholz, Peter
Wittig, Hans-Peter Maus und Thomas Fritz Jung mit Musik von Joachim
Kuipers (auch am Klavier) zu erleben.
Eugen Roth fasste unbeirrt und detailgetreu die unheroische Privatheit
des Bürgers in Verse – mal leicht und heiter, mal herb und
pessimistisch. Mit viel Verstand und Humor holte Roth die kleinen
Eitelkeiten, Freuden und Misserfolge ans Licht. Dabei rebellierte er
nicht, und er wurde auch nie pathetisch. Dennoch sind seine Einsichten
in die Gesetzmäßigkeiten des bürgerlichen Mikrokosmos klar und wahr. In
dem Abend "Ein Mensch – Ein armer Laie bloß" zieht ein Menschenleben
seine Bahn, werden Geschichten erzählt, am Rande blitzen Ereignisse des
20. Jahrhunderts auf, Versrhythmen und Reime schwingen durch den Raum
und die Köpfe, Gedichte und Lieder erklingen – und mit einem Lächeln
geht das Leben heiter weiter.
An gleicher Stelle gibt es, ebenfalls um 20:00 Uhr, am Ostermontag die
Ringelnatz-Revue "Wenn dir einmal geschieht, was mir geschah" zu sehen.
Auch diese Revue basiert auf Texten, die Dieter Peust ausgewählt hat.
Die Musik komponierte Ernst-Ulrich Kreschel.
Die Ameisen, die nach Hamburg reisen wollen, wird das Publikum ebenso
wenig vermissen, wie Joachim Ringelnatz‘ bekanntestes "Kind" – Kuttel
Daddeldu – und doch ist das nur eine Seite dieses Mannes, über den
Alfred Polgar sagte: "Dieser unvergleichliche Ringelnatz hat den Stein
der Narren entdeckt, welcher, wie wunderbar, dem Stein der Weisen zum
Verwechseln ähnlich sieht." Die Revue "Wenn Dir einmal geschieht, was
mir geschah..." stellt den Dichter als sensibel-melancholischen
Liebeslyriker, als sarkastischen Spötter und als sinnenfreudigen
Genießer von Wein, Weib und Gesang vor.
Fünf Darsteller werden die Besucher in die Gedankenwelt Joachim
Ringelnatz‘ entführen: Jana Bauke, Susanne Krassa, Pano Karas,
Johannes-Paul Kindler und Knut Müller machen die Literatur lebendig, mit
der Ringelnatz sich Unsterblichkeit geschaffen hat. Joachim Kuipers als
musikalischer Leiter begleitet sie.
Am Ostersonntag lädt das Theater der Landeshauptstadt schon am Vormittag
ein. In einem Operncafé (gemeinsam mit dem Wagner-Verband) wird die
erste April-Premiere vorgestellt. Irene Schneider inszeniert die Oper
"Herzog Blaubarts Burg" und die Ballett-Pantomime "Der wunderbare
Mandarin" zum 13. April. Beide Werke sind von Béla Bartók. Intentionen
zur Operninszenierung, in der Undine Dreißig und Urs Markus singen,
werden im Operncafé, das um 11:00 Uhr im Theatercafé "Kulisse" beginnt,
vorgestellt.
Das Kabarett "Die Kugelblitze" lädt am Ostersonntag um 15:30 Uhr und um
20:00 Uhr ins "Studio 6" ein, wo der Besucher miterlebt, wie die heutige
Welt gemacht wird – medial.
Im Großen Haus des Theaters der Landeshauptstadt wird um 17:00 Uhr die
"Ballettgala III" mit klassische und modernen Choreographien zum ersten
Male gezeigt. Als Choreographen sind u.a. Irene Schneider, Gisele
Santoro und Alexander Sementchoukov verzeichnet.
Im ersten Teil der Gala gibt es ein Wiedersehen mit den schönsten
Stücken der letzten Ballettgala, wie z.B. "Herbstzeit" und "Spiel‘ s
noch einmal, Sam". Im zweiten Teil sind ganz neue Einstudierungen zu
erleben: neben einer Choreographie zu Musik von Johann Sebastian Bach
von Andrej Tikhomirnov, Mitglied im Ballettensemble des TdL, sind
Auszüge aus den legendären Petipa-Choreographien zu Adolphe Adams "Le
Corsaire" und Glasunows "Raymonda" zu sehen.
Ein besonderes Opern-Angebot steht am Ostermontag auf dem Spielplan.
Richard Strauss‘ Oper "Ariadne auf Naxos" wird um 17:00 Uhr auf der
Bühne aufgeführt werden.
Der Titel der Oper erscheint zunächst irreführend, denn es geht in
diesem Werk durchaus nicht nur um die antike Tragödie: Im Hause eines
reichen, anonym bleibenden Wiener Herrn soll die heroische Oper "Ariadne
auf Naxos", das Erstlingswerk eines jungen Komponisten, zeitgleich mit
einer Posse in italienischer Buffo-Manier "Die ungetreue Zerbinetta und
ihre vier Liebhaber" aufgeführt werden. Dass dabei allerhand Turbulenzen
vorprogrammiert sind, versteht sich von selbst. Offen werden in "Ariadne
auf Naxos" Kunst und ihr Zustandekommen diskutiert, Kunst und
Wirklichkeit reflektiert.
Mit von der Partie sind unter der musikalischen Leitung von Jan Michael
Horstmann Ute Bachmaier, Anita Bader, Undine Dreißig, Regina Most,
Denise Pelletier, Veronika Schreckenbach, Jörg Benecke, Roland Fenes,
Tobias Keil, Ulf Dirk Mädler, Daniel Magdal, Urs Markus, Michael Mohr,
Mihail Sandu, Paul Sketris, Peter Wittig und Manfred Wulfert. Inszeniert
wurde "Ariadne auf Naxos" von Horst Kupich.
Außer für die Premiere gibt es (Stand 22. März!) für alle Aufführungen
noch Karten an der Theaterkasse (Tel.: 0391/540 6444 oder 540 6555).
Pressekontakt: Landeshauptstadt Magdeburg, Theater der Landeshaupstadt, Tel.:
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