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Verantwortungsvolle Aufgabe / Münsters Spezialisten sind gut vorbereitet Münster. (SMS) Nichts, aber auch gar nichts will der Volleyball-Weltverband (FIVB) bei der Durchführung der Frauen-WM dem Zufall überlassen. Die Damen und Herren haben offenbar an alles gedacht und - in oft zig Seiten langen Bestimmungen - minutiös geregelt. Dem unbefangenen Beobachter mag da Vieles kleinkariert, überflüssig, ja manchmal lächerlich erscheinen, doch hat wohl alles irgendwo seinen Sinn – geboren oftmals aus leidvoller Erfahrung. Ein Gebiet, das da ohne Zweifel besondere Aufmerksamkeit verdient, ist das der "Medizinischen Leistungen" – ein Ressort, das in Münster, dem Austragungsort der Eröffnungsfeier und dem Vorrunden-Spielort der deutschen Mannschaft, Dr. Albert Fromme vom Institut für Sportmedizin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) untersteht.
Der hat sich den Ordner mit den für ihn und seinen Mitarbeiterstab geltenden Verordnungen vorgenommen und vier Haupt-Arbeitsgebiete registriert, auf denen die Mediziner tätig werden: Anti-Doping-Kontrollen, Alkoholtest der Schiedsrichter, Geschlechtskontrolle der Spielerinnen und Erste-Hilfe-Versorgung für Spielerinnen und Zuschauer.
Der zentrale Bestandteil dieser medizinischen Leistungen ist sicher der erstgenannte: Ganz genau hat sich der FIVB noch nicht festgelegt, doch rechnet Dr. Fromme mit der Kontrolle bei den Spielerinnen mindestens einer Begegnung an jedem der fünf Spieltage. Das geht dann so: Nach diesem Match müssen alle Spielerinnen so lange auf dem Feld bleiben, bis ausgelost ist, welche von ihnen (eine von jeder Mannschaft) unter der Obhut von zwei Damen des medizinischen Ressorts zur Dopingstation geleitet werden, die aus drei Räumen (Abnahmeraum, Warteraum, Toilette) zu bestehen hat.
Dort müssen, in verschließbaren Flaschen, Getränke bereit stehen, jedoch auf keinen Fall solche die, wie Bier, Cola, Eistee, Kaffee und dergleichen, die Messungen verfälschen könnten. Die Prozedur wird durch eine professionelle Agentur durchgeführt. Die Proben werden unter Überwachung von Dr. Fromme persönlich einem Kurier übergeben und zur zuständigen Untersuchungsstelle geschickt. Sollte eine der ausgelosten Spielerinnen zur Pressekonferenz müssen, darf sie das tun – allerdings nur in Begleitung von zwei Damen aus Frommes Team.
Mit der Ankündigung, dass er auch zu kontrollieren haben werde, ob die Schiedsrichter bei dieser Weltmeisterschaft etwa dem Alkohol zugesprochen haben, löste Dr. Fromme bei den Vertretern des Lokalen Organisations Komitees (LOK) Münster allgemeine Heiterkeit aus. Doch hier hat sicherlich die eingangs erwähnte leidvolle Erfahrung für diese Maßnahme Pate gestanden. Also müssen die Schiris drei Viertelstunden vor den Spielen in einem eigens dafür ausgewiesenen Raum ins Röhrchen blasen.
Schon drei Tage vor dem ersten Spiel herrscht bei der medizinischen Abteilung Hochbetrieb: Alle Spielerinnen, die nicht schon dank vorheriger Teilnahme an Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften ein entsprechendes Zertifikat besitzen, müssen sich im Mannschaftshotel einer Geschlechtskontrolle unterziehen – auch dies eine Maßnahme, die sich aufgrund von Erfahrungen in der Vergangenheit als zwingend notwendig erwiesen hat. Für die Durchführung der Messungen, eine Speichelanalyse, hat Fromme das Institut für Humangenetik der WWU gewonnen.
Die Erste-Hilfe-Versorgung für Spielerinnen und Zuschauer entspricht dem, was bei derlei Großveranstaltungen üblich ist. Vor der Halle muss ein Rettungswagen stehen, die Krankenhäuser sollen informiert sein, ein Notarzt muss während der gesamten Zeit zur Verfügung stehen. In die medizinische Versorgung der Spielerinnen ist Frommes Team nicht direkt eingebunden: Das besorgen in der Regel die Mannschaftsärzte.
Es ist eine Menge Arbeit, die da sowohl im Vorfeld als auch während der fünf Tage Volleyball-WM auf das Medizin-Ressort zukommt. Und eine höchst verantwortungsvolle: "Der medizinische Bereich spielt gewiss eine große und wichtige Rolle", sagt Dr. Fromme. "Es gilt eine Vielfalt von Dingen zu beachten und minutiös auszuführen. Aber ich denke, das bekommen wir alles ohne große Probleme in den Griff."
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