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Münster, 22.11.2011

"Mein lieber, lieber Albert…"
Themenabend im Stadtarchiv am 24. November / Feldpostbriefwechsel eines münsterschen Ehepaares

(SMS) "Mein lieber, lieber Albert…" so beginnen viele Briefe von Agnes Neuhaus, die sie in den Jahren 1940 bis 1944 aus der Heimat ihrem Mann Albert an die Front geschrieben hat. Weit über 600 Briefe und Postkarten schickte sich das Ehepaar, das ein Feinkostgeschäft am Hansaplatz (Wolbecker Straße) betrieb. Der Themenabend im Stadtarchiv widmet sich am Donnerstag, 24. November, 18 Uhr, dem Feldpostbriefwechsel von Agnes und Albert im Zweiten Weltkrieg.

Durch einen glücklichen Zufall blieben außer dieser Korrespondenz auch noch Taschenkalender und viele Fotos erhalten. Im Nachlass Neuhaus werden diese persönlichen Schriftstücke heute im Stadtarchiv aufbewahrt. Der Historiker Karl Reddemann hat alle Briefe und Postkarten gelesen, bearbeitet und 1996 publiziert. Er berichtet über die Alltagserfahrungen des jungen Ehepaares während des Zweiten Weltkriegs. Zahlreiche Bilder aus dem Nachlass Neuhaus illustrieren seinen Vortrag.

Die Zahl derjenigen, die den Zweiten Weltkrieg mit all seinen Grausamkeiten - besonders in der Sowjetunion - noch selbst miterlebt haben, sinkt. Die Fragen aber bleiben: Was erlebten sie? Und vor allem: Wie verarbeiteten sie all diese Erfahrungen - an der Front wie in der Heimat, die nach und nach selbst zur Front wird.

Während Agnes Neuhaus, die sich zunächst überfordert fühlt, das eigene kleine Lebensmittelgeschäft am Hansaplatz allein weiterführen muss, durchläuft ihr Mann widerwillig den Drill der Kaserne, die Besatzung in Frankreich und dann vom ersten Tag an den Krieg gegen die Sowjetunion. All dies wird anschaulich, eindrucksvoll und nachvollziehbar geschildert. Der Blick fällt auf Versorgungskrisen, auf Luftalarme und auf die ständige Angst um die Lieben. Unterdessen muss Albert Neuhaus erkennen, dass dieser Krieg auf das Engste verbunden ist mit Grausamkeit und Entrechtung.

Am Ende, im März 1944, wird Albert Neuhaus in Russland schwer verwundet. Zwei Tage später ist er tot. Agnes Neuhaus wird nicht wieder heiraten, und sie wird keine Kinder bekommen. Als sie 1993 stirbt, wird sie drei Lebensmittelgeschäfte aufgebaut und erfolgreich geleitet haben.

Fotos:

- Agnes Neuhaus schreibt einen Brief an ihren Mann Albert. Auf ihrem Tisch steht das Foto ihres Mannes. November 1942. Foto: Stadtarchiv Münster. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

  • Albert Neuhaus als Soldat in Russland im Winter 1941/42. Foto: Stadtarchiv Münster. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.



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Agnes Neuhaus

Albert Neuhaus

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