(pen) „Es kommt mir zwar nicht gerade vor wie gestern. Allerdings kann ich mich noch ganz gut an meinen ersten Arbeitstag als Disponent in der Leitstelle erinnern. Seinerzeit waren wir noch in der dritten Etage untergebracht und alles war zwei Nummern kleiner als das, womit wir heute in der siebten Etage die Einsätze der Feuerwehren, des Rettungsdienste und des Krankentransportes im Ennepe-Ruhr-Kreis koordinieren. Meinem Nachfolger kann ich ein gut ausgebildetes und eingespieltes Team übergeben.“ Mit dem viel zitierten weinenden Auge hat Frank Schacht in diesen Tagen seinen Arbeitsplatz als Leiter der Leitstelle verlassen. Für das - bei solchen Anlässen ebenfalls regelmäßig viel zitierte lachende Auge - sorgte die neue berufliche Herausforderung, der er sich als Leiter der Ennepetaler Feuerwehr ab Anfang August stellen wird.
Schacht hatte seinen Dienst in der Kreisverwaltung im August 1996 aufgenommen. Einer zweijährigen Unterbrechung, in der der Hattinger als Dozent am Institut der Feuerwehr in Münster tätig war, folgte 2003 die Rückkehr nach Schwelm. Platz nahm er auf den Chefsessel der Leitstelle. Quasi parallel starteten die Überlegungen für den Um- und Ausbau sowie den Umzug der Leitstelle innerhalb des Kreishauses. „Nötig war das vor allem, weil wir uns der Herausforderung zu stellen hatten, zukünftig auch Notrufe aus Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm, Hattingen und Witten anzunehmen und zu disponieren“, erinnert sich Schacht. Im April 2005 war es geschafft, die neue Leitstelle ging in Betrieb.
„Dieser für den Kreis und seine Städte wichtige Schritt ist wie auch der tagtäglich reibungslose Betrieb ganz eng mit Ihrem Namen verbunden“, machte Landrat Dr. Arnim Brux im persönlichen Gespräch bei der Verabschiedung deutlich. Mit dem 48-jährigen verliere die Kreisverwaltung einen Mitarbeiter, der im Rettungs- und Feuerwehrwesen im Kreis und darüber hinaus einen sehr guten Ruf genieße.
Was die 26 Mitarbeiter der Leitstelle leisten können und müssen verdeutlichen drei Zahlen des letzten Jahres: 2013 wurden 27.851 Rettungsdiensteinsätze und 10.706 Feuerwehreinsätze disponiert sowie 19.078 Krankentransporte auf den Weg gebracht. „Besonders in Erinnerung bleiben werden mir natürlich Kyrill sowie das Unwetter in 2013. Hier waren wir schon extrem gefordert“, blickt Schacht zurück.
Neben ihrem scheidenden Chef standen bei der kleinen Feierstunde im Kreishaus auch noch Andi Weithaas, Jürgen Beyer, Michael Maurer, Michael Grundke, Rainer Hartkemper, Peter Wagner und Michael Pätzold im Mittelpunkt. Sie erhielten vom Land Nordrhein-Westfalen in Anerkennung 25- beziehungsweise 35-jähriger treuer Pflichterfüllung im Dienste der Feuerwehr Feuerwehr-Ehrenzeichen.
Stichwort Leitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises
Herzstück sind sechs Arbeitsplätze im so genannten Dispositionsraum. Sie sind mit modernster Funk- und Kommunikationstechnik ausgestattet, auf jeweils vier Bildschirmen können parallel Informationen gesammelt und verarbeitet werden Der Zugriff auf Karten, Informationen über einzelne Gebäude und Luftbilder des Einsatzgebietes sind ebenso sichergestellt wie die Recherche in Gefahrstoffdatenbanken oder im Internet. Wenn die Zahl der Anrufe beispielsweise bei Unwettern in die Höhe schnellt, können in kürzester Zeit fünf weitere Arbeitsplätze eingerichtet werden. Allein für Bau und Erstausstattung der Leitstelle hatte der Kreis 2005 rund 1,9 Millionen Euro investiert.