Auch in diesem Jahr ist eine Magdeburger Wirtschaftsdelegation gemeinsam mit deutschen Partnerunternehmen nach Harbin gereist, um Geschäftsbeziehungen zu entwickeln und für den Wirtschaftsstandort Magdeburg zu werben. Im Rahmen eines internationalen Forums stand diesmal das Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 im Fokus.
Unter der Leitung des Beigeordneten für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Rainer Nitsche, waren am 16. Juni 2017 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik der Landeshauptstadt Magdeburg zu Gast in China. In der chinesischen Partnerstadt Harbin veranstaltete die Ottostadt das Wirtschaftsforum „Green Cities – Green Industries“, an dem hochrangige Vertreter der Stadtregierung, der Industrie- und Handelskammer und circa 60 Unternehmer aus Harbin teilnahmen. Das Motto lautete in diesem Jahr „German Business & Technology Forum on Industry 4.0 – Digitalization – Green Economy“. Ziel war es, die bestehenden Kontakte mit dortigen Wirtschafts- und Wissenschaftspartnern auszubauen.
„Erneut konnten wir mit dem Forum, das bereits zum fünften Mal stattfand, Magdeburg als starken Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort präsentieren“, resümiert Rainer Nitsche das wichtigste Ergebnis der Reise. Während in den vergangenen Jahren Themen wie die Energiewende, der verstärkte Einsatz von erneuerbaren Energien und die Auswirkungen auf die Industrie- und Standortentwicklung im Vordergrund standen, lag diesmal der Schwerpunkt auf Digitalisierung und Industrie 4.0.
Der Kongress startete mit einem Impulsvortrag des Wirtschaftsbeigeordneten. Hierbei setzte er die Priorität auf die Hemmnisse und Potenziale der Digitalisierung sowie die Schaffung von zuverlässigen Rahmenbedingungen für Mittelstand und Handwerk. Als Beispiel nannte er den Breitband-Netzausbau oder die Stärkung der IT- und Kreativwirtschaft als Innovationstreiber. Im Anschluss hielten weitere Teilnehmer der Delegation Fachvorträge zum Einsatz von digitalen Techniken bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die gezielt den Anforderungen von KMU (kleine und mittlere Unternehmen) entsprachen.
„Dabei haben wir, wie schon bei zwei vorherigen Mittelstandskonferenzen in Shenyang und Nanjing, die Erkenntnis gewonnen, dass auch in China den KMU eine wachsende Bedeutung zukommt. Die Chinesen legen großen Wert auf unsere Erfahrungen und erfragen spezifische Lösungsmöglichkeiten“, erläutert Nitsche.
Großes Interesse fand die Präsentation des Virtual Development and Training Centre (VDTC) des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF. Insgesamt wird ein großer Handlungsbedarf gesehen, die visuell-interaktiven Simulationen des hochmodernen Forschungszentrums auch in China zu nutzen. Darüber hinaus stellte Siemens sein eigenes Digital Innovation Center vor, in dem an neuen Digitalisierungslösungen geforscht und entwickelt wird. Aktuell gibt es Standorte in Qingdao, Wuhan und Dongguan; weitere sind in Planung.
Teilnehmer der Delegation waren neben dem Beigeordneten Rainer Nitsche unter anderem Welf Zöller, Repräsentant des Fraunhofer-Instituts in Peking, Mathias Obieglo, Regional-Manager China und Repräsentant der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt in China, Dr. Wei Qiu, Director Innovation Center Greater China Siemens, Jana Ohlendorf, in Magdeburg tätige Energiewissenschaftlerin, Shan Deqin, Gründerin des Magdeburger Unternehmens Länderbrücke GmbH, Harald Kumpfert, Vorsitzender der Europäischen Handelskammer in Shenyang, Jürgen Landrock, Chief Digital Engineer der ÖTEC-Gruppe, Eberhard J. Trempel, Direktor German Global Trade Forum Berlin sowie Anja Reutter aus dem Internationalen Büro für Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung. Insgesamt konnten mit der diesjährigen Unternehmerreise nach China die bisherigen Schwerpunkte in den entstandenen Wirtschaftsbeziehungen zur Partnerstadt Harbin weiterentwickelt werden. „Dass wir dabei erfolgreich sind, zeigt die Ansiedlung des Harbiner Unternehmens Länderbrücke GmbH, nachdem mit der Jan Bilin GmbH aus Nanjing bereits eine elektrotechnische Investition in Magdeburg verwirklicht wurde“, so Rainer Nitsche.